Prognosemärkte bieten Wetten auf Landtagswahlen und Kanzleramt trotz deutschem Verbot

Rafael Walter · May 24, 2026

Prognosemärkte bieten Wetten auf Landtagswahlen und Kanzleramt trotz deutschem Verbot

Illustration zu Prognosemärkten und Wetten auf politische Ereignisse in Deutschland

Prognosemärkte wie Polymarket ermöglichen derzeit Wetten auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin sowie Mecklenburg-Vorpommern für September 2026 und auf einen möglichen Rücktritt von Bundeskanzler Friedrich Merz vor 2027, obwohl diese Aktivitäten nach deutschen Glücksspielregeln verboten sind, während die Plattformen weiterhin zugänglich bleiben und Zahlungen über deutsche IP-Adressen blockiert werden.

Rechtliche Grundlage und Stellungnahme der GGL

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat sogenannte Gesellschaftswetten auf politische und nicht-sportliche Ereignisse als illegal eingestuft, weil diese mit Risiken von Manipulation verbunden sind, und die Behörde verweist in ihrer Warnung vom September 2025 explizit auf die Gefahren für faire Abläufe, während eine Durchsetzung erschwert wird, da die Plattformen aus dem Ausland operieren und Nutzer dennoch Zugang finden.

Experten weisen darauf hin, dass Insiderhandel und Marktmanipulation bei solchen Wetten besonders problematisch sind, da politische Informationen asymmetrisch verteilt sein können, und Beobachter betonen die mögliche Verzerrung demokratischer Prozesse durch finanzielle Anreize, die auf Wahlausgänge oder Amtszeiten abzielen.

Zugänglichkeit und technische Hürden

Obwohl Zahlungen über deutsche IP-Adressen blockiert sind, bleiben die Plattformen für Nutzer erreichbar, die alternative Methoden nutzen, und die GGL warnt vor der Teilnahme an illegalen Gesellschaftswetten, weil diese nicht den strengen Lizenzanforderungen unterliegen, die für legale Angebote gelten, während die tatsächliche Überwachung und Sperrung schwierig bleibt.

Die Wahlen in den genannten Bundesländern finden im September 2026 statt, und die Wetten auf den Verbleib des Kanzlers bis 2027 eröffnen zusätzliche Märkte, die unabhängig von sportlichen Ereignissen funktionieren, sodass die Plattformen ihre Angebote auf politische Prognosen ausweiten, obwohl die deutsche Rechtslage dies untersagt.

Risiken von Manipulation und demokratischer Verzerrung

Darstellung von Risiken bei politischen Wetten und Markteinflüssen

Studien und Analysen zeigen, dass Prognosemärkte durch gezielte Käufe oder Verkäufe von Anteilen beeinflusst werden können, was zu verzerrten Kursen führt, und Forscher haben in vergleichbaren Fällen beobachtet, dass Insiderinformationen die Ergebnisse verändern, während die GGL diese Risiken als Grund für das Verbot anführt, weil sie die Integrität von Wahlen und politischen Entscheidungen bedrohen.

Teilnehmer können auf Ausgänge setzen, die direkt mit Amtszeiten oder Wahlergebnissen verknüpft sind, und die Blockade von Zahlungen über deutsche IPs hat bisher nicht verhindert, dass die Märkte aktiv bleiben, sodass die Behörden weiterhin auf internationale Kooperation angewiesen sind, um Maßnahmen durchzusetzen.

Aktueller Stand im Mai 2026

Im Mai 2026 laufen die Vorbereitungen für die September-Wahlen auf Hochtouren, und die Wetten auf den Kanzlerrücktritt vor 2027 bleiben bestehen, obwohl die rechtlichen Rahmenbedingungen unverändert sind, und Beobachter dokumentieren, dass die Plattformen trotz Warnungen weiterhin Angebote listen, während Nutzer alternative Zugangswege finden.

Die Kombination aus illegaler Verfügbarkeit und technischen Beschränkungen führt dazu, dass die Märkte für eine begrenzte Gruppe zugänglich bleiben, und die GGL setzt auf Aufklärung, um potenzielle Teilnehmer zu informieren, weil die Risiken von Manipulation und Verzerrung bestehen bleiben, solange keine umfassende internationale Regulierung greift.

Fazit

Die Situation zeigt, dass Prognosemärkte politische Ereignisse weiterhin als Wettobjekte anbieten, obwohl die GGL diese Praxis als illegal einstuft, und die Herausforderungen bei der Durchsetzung bestehen fort, während die Wahlen 2026 und die Amtszeit des Kanzlers als zentrale Themen in den Märkten präsent bleiben.